Fortbildung

Hinweis: Dieser Text ist eine Leseprobe aus der Veröffentlichung Zukunft der Feuerwehr im ländlichen Raum, die Sie auf dieser Internetseite bestellen können.

Fortbildung in der Wissensgesellschaft

Von Dr. Jens Müller

RhythmusRegelmäßige und hochwertige Fortbildung stellt heute kein Sonderthema für besonders wissbegierige Feuerwehrleute dar, sondern muss das Feuerwehrleben jedes einzelnen Wehrmitgliedes durchziehen. Fortbildung hat hohe Priorität, ist Chefsache, was nicht die alleinige Durchführung durch die Wehrleitung meint.

Denkbar ist z.B. die Benennung eines begabten Kameraden als Beauftragten für Fortbildung in der Wehr. Die grundsätzlichen Anforderungen an diesen sind: Solides Basiswissen, Kenntnisse in der Ausbildungslehre, gute Führungseigenschaften. Die Aufgaben können die selbständige Organisation der Fortbildung umfassen (Planung, Durchführung, Abrechnung), einschließlich der Kontaktpflege zu anderen Feuerwehren und Organisationen zwecks Kooperation bei der Fortbildung in Sonderthemen.

Hierzu gehört auch die Festlegung eines sinnvollen Rhythmus der regelmäßig wiederkehrenden Themen. Das Unterscheiden zwischen jährlich (z.B. Grundübung nach FwDV 3) und mehrjährig (z.B. Katastrophenschutz) wiederkehrenden Themen ist zwingend. Eine Nachweisführung über durchgeführte Ausbildungseinheiten über mehrere Jahre ist nötig, um den Überblick zu behalten.

Zielstellung ist die gezielte Delegation von durchzuführenden Unterrichten an geeignete Kameraden, die Motivation zur fachlichen Auseinandersetzung mit neuen Inhalten und die Beförderungen eines stetigen Wissenszuwachses. Die Verteilung der Unterrichte auf mehrere Schultern schafft Abwechslung und schützt vor Überforderung. In vielen Feuerwehren gibt es ein unentdecktes Potenzial an Ausbildern, die ermuntert und angeleitet werden können.

Grundtendenz ist hier (wie bei der Ausbildung auch) die Individualisierung der Fortbildung. Immer mehr Fachwissen wird in immer kleineren Lerngruppen oder individuell vermittelt.
Bei den Einsatzübungen bedarf es in den Feuerwehren einer neuen Durchführungs- und Auswertekultur, um das große Potenzial dieser Ausbildungsform voll auszuschöpfen. Einsatzübungen müssen realitätsnah und so weit als möglich ohne Vorwissen der Wehrmitglieder durchgeführt, dann ehrlich und fair ausgewertet werden. Die Angst vor dem kritischen Blick der Öffentlichkeit bei Übungen ist meist unbegründet. Solange der Feuerwehr keine groben Fehler unterlaufen, bietet der Ablauf im Auge des unkundigen Beobachters kaum Anlass zur Kritik.

   

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