Vorbemerkung
Folgende Thesen sind das Ergebnis von jahrelanger Forschungsarbeit. Sie geben nicht nur die persönliche Meinung des Verfassers wieder, sondern repräsentieren in den meisten Punkten die Auffassung von circa 2.000 Freiwilligen und Berufsfeuerwehrleuten, Rettungsdienstlern und Katastrophenschützern, die an den Internetbefragungen auf www.feuerwehrzukunft.de teilgenommen haben. Außerdem widerspiegeln sie die aktuellen Forschungsergebnisse aus wissenschaftlichen Publikationen von Hochschulen, Instituten und Behörden.
Die Thesen sind entstanden aus eigener Betroffenheit und dem Wunsch nach dem Fortbestand unserer erhaltenswerten Freiwilligen Feuerwehren. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen sich die Wehren einer offenen Zukunftsdiskussion stellen und Änderungen aktiv betreiben. Andernfalls werden den Feuerwehren Änderungen aufgezwungen werden müssen, die nur eine Notlösung für die aktuellen Probleme darstellen und allen Akteuren im Bereich Brandschutz sowie den Bürgern, die die Feuerwehr in Anspruch nehmen, schaden können.
Folgende Thesen können eine Anregung sein, in der eigenen Feuerwehr mit der Planung der eigenen Zukunft zu beginnen. Erstens sind die Problemfelder zu umreißen. Weil die Probleme in jeder Feuerwehr anders gelagert sind, kann es hier keine Patentlösungen oder Pauschalantworten geben. Zweitens sollten den Problemen Prioritäten zugeordnet werden. Drittens sollten Ziele abgesteckt werden, die erreicht werden sollen (z.B. innerhalb eines Jahres für die Einsatzabteilung fünf neue Mitglieder zu gewinnen). Danach sollten Schritte zur Erreichung der Ziele festgelegt und Verantwortliche benannt werden. Schließlich sollten die Probleme mutig angegangen werden.
Weiterführende Informationen zum Thema finden sie auf feuerwehrzukunft.de. Zur tieferen Lektüre empfehle ich außerdem meine Publikationen „Zukunft der Feuerwehr – Feuerwehr der Zukunft im ländlichen Raum" und „Von Menschen steht nichts in der Vorschrift – Denkanstöße für Führungskräfte in Feuerwehr und Rettungsdienst". Erstere beschäftigt sich mit den fachlichen Aspekten der Problematik, die zweite Schrift mit den charakterlichen und zwischenmenschlichen Aspekten der Feuerwehrarbeit.
Ich wünsche Ihnen bei Ihren Anstrengungen viel Erfolg!
Dr. Jens Müller, Sosa im Erzgebirge, Winter 2010/2011