Erste Schritte

Erste praktische Schritte in Richtung Zukunftsfähigkeit Ihrer Freiwilligen Feuerwehr

Schritt 1 Gedankliche Auseinandersetzung

BlickwinkelBeschäftigen Sie sich unvoreingenommen mit dem Zukunftsthema. Lassen Sie die alltägliche Verwaltungsarbeit einmal hinten anstehen und nehmen Sie sich Zeit für das Nachdenken über Ihre eigene Feuerwehr: Wo liegen die eigentlichen Probleme? Welche Ursachen könnten dahinter stecken? Wer sind die wichtigen Leute? Sind diese an den richtigen Stellen? Welches Klima herrscht derzeit vor?

Schritt 2 Sammeln von Anregungen

Achten Sie in Fachzeitschriften nicht nur auf die Werbung für die neueste Helmlampe oder die Konturbeklebung der Einsatzfahrzeuge, sondern auf neue Lösungsansätze und Entwicklungen, die Organisation und Personal betreffen. Unterhalten Sie sich mit Mitgliedern anderer Hilfsorganisationen über deren Sorgen und Nöte; fragen Sie aber auch nach Lösungsansätzen.

Schritt 3 Austauschen von Sorgen und Nöten

Suchen Sie sich zunächst feuerwehrintern Verbündete, die selbst genügend Durchblick haben, um die Lage realistisch einzuschätzen. Treffen Sie sich bei einem Bier und sortieren Sie die festgestellten Schwachstellen anschließend nach ihrer Art: Zwischenmenschliche, organisatorische und technische Schwierigkeiten. Hören Sie aufmerksam zu und lassen Sie auch „Träumereien" zu.

Schritt 4 Die Sachlage feuerwehrintern mitteilen

Machen Sie im Winterhalbjahr einen Dienstabend frei und erklären Sie die Zukunftsfragen vor versammelter Mannschaft. Vermitteln Sie die bisherigen Erkenntnisse und beschreiben Sie, wo der Zug in etwa hinfährt. Verbreiten Sie Zuversicht und unterrichten Sie die Leute darüber, welcher Schritt als nächstes geplant ist. Erfragen Sie eventuell weitere Mitstreiter in der Sache.

Schritt 5 Den Rahmen vergrößern

Treten Sie mit den bisherigen Ergebnissen Ihrer Arbeit an Bürgermeister und Kommunalpolitiker heran. Wenn Sie bisher dazu neigen, die Probleme Ihrer Wehr zu verniedlichen, hören Sie auf damit. Machen Sie die große Bedeutung der Feuerwehr für die Gemeinde deutlich und Ihre Absicht, die Feuerwehr als schlagkräftige Truppe zu erhalten bzw. zu stärken.

Schritt 6 Gründlicher recherchieren

Parallel zu den bisherigen Bemühungen können Sie anderswo recherchieren (lassen). Was funktioniert wo und warum (nicht)? Welche Bestrebungen gibt es in Nachbarwehren? Sammeln Sie weitere Informationen, u.a. zu demografischen Entwicklungen in Ihrer Gemeinde und der Sichtweise des zuständigen Landratsamtes.

Schritt 7 Eine Zukunftswerkstatt veranstalten

PrioritätenSie haben jetzt einiges geleistet, sehen selbst klarer und können Problemfelder konkret benennen. Manches Vorurteil hat sich als solches herausgestellt und Sie haben Verbündete gewonnen. Arbeiten Sie die Erkenntnisse auf und präsentieren Sie diese in einem ansprechenden Rahmen unter den Führungskräften. Geben Sie Raum für Diskussionen und achten Sie auf die Stimmung in Ihrer Feuerwehr.

Schritt 8 Konkrete Schritte

Mit den gewonnenen Erkenntnissen können Sie evtl. bereits einen Großteil Ihrer Probleme erfolgreich in Angriff nehmen. Vergessen Sie nicht: Viele Schwierigkeiten sind hausgemacht, gehen auf Führungsfehler zurück und sind völlig kostenlos aus der Welt zu schaffen. Die übrigen Probleme können Sie unterscheiden in solche, die von Ihnen beeinflussbar bzw. nicht beeinflussbar sind.

Schritt 9 Prioritäten setzen

Natürlich können nicht alle Problemfelder mit einem Mal angegangen werden. Eine Hilfe bei der Prioritätensetzung kann das Eisenhower-Prinzip sein, dass die Einzelschritte nach Wichtigkeit und Dringlichkeit einstuft. Beachten Sie: Was wichtig ist, ist häufig nicht dringlich und umgekehrt. Ein Beispiel ist nebenstehendes Diagramm.

Schritt 10 Zurück zu den Anfängen

Vorerst zuletzt sollten Sie sich bewusst machen, dass Führungsarbeit zum Großteil von Charakter und Persönlichkeit abhängt. Zukunftsgestaltung ist eine Führungsaufgabe. Und wo Charakter fehlt, kann eine Methode nichts ausrichten. Besinnen Sie sich in und mit Ihrer Wehr zurück auf das, was Sie wirklich motiviert und zusammenhält. Dann steigen Ihre Chancen, der Zukunft erfolgreich zu begegnen.

Hermann Schröder: „... fügt man aber alle Puzzle-Teile zusammen, ergibt sich ein Bild, das Rückbesinnung zu mehr Einigkeit, Akzeptanz, Führungswillen und Wertebewusstsein fordert. Offenkundig sind wir viel zu uneinig, zu egoistisch und auch zu führungsschwach. ... Besinnen wir uns vielmehr des traditionellen Wahlspruchs der Feuerwehren: „Gott zur Ehr´, dem Nächsten zur Wehr. – Einer für alle, alle für einen". Würden wir diese Leitsprüche in unserem täglichen Feuerwehrdasein mit Leben erfüllen, wären uns viele Probleme fremd und fern."

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